Unsere Ziele

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Was wir wollen

Wir wollen einen grundsätzlichen Wandel und die Erweiterung des Bildungsbegriffs.
Es geht uns um mehr als Integration - es geht uns um Inklusion.
Wir wollen weg von einem Integrationsbegriff, der ausschließlich auf behinderte Menschen gerichtet ist.
Denn diese Betrachtung greift entschieden zu kurz und verstellt den Blick auf notwendige und grundlegende Umwälzungen im Bildungssystem.

Deshalb sagen wir:
Inklusion. Alles inklusive.


Auf unserer Kundgebung am 22.11.2008 in Freiburg hat es Otto Herz auf den Punkt gebracht:

„Also, der zentrale Auftrag der Schule ist das Zusammenleben zu können, das Zusammenleben zu lernen und dann ist doch klar: Zusammenleben zu lernen kann ich nur mit denen, die zusammen sind. Wenn ich früh die Menschen aufteile - schon vor der Schule, dann nach vier Grundschuljahren, dann kann ich mit all denen, die ich weggeschickt habe, das Zusammenleben nicht lernen. Und damit verfehle ich den Grundauftrag der Schule.

Und das ist der wichtige Unterschied - deswegen will ich das noch einmal erklären - zwischen Integration und einem nicht besonders sinnlichen Wort - aber so heisst es nun mal international - Inklusion. Sie wissen, wenn alles inklusive ist, dann ist alles drin. So ist das auch mit der inklusiven Schule. Integration - darüber redet die Welt nicht mehr und in Deutschland macht man Versuche bescheidener Art. Integration hat man in der Welt längst überwunden, weil integrieren kann ich ja nur etwas, was ich vorher ausgesondert habe. Integration ist immer ein nachträglicher Vorgang. Aber das, worauf es ankommt ist „alles inklusive“. Alle gehören immer und von Anfang an zusammen. In all der wunderbaren Vielfalt, die es gibt. Es gibt z.Z. 6,5 Milliarden Menschen auf der Erde. Aber nicht eine einzige Person ist identisch mit einer anderen, selbst wenn es eineiige Zwillinge sind. Das ist der Reichtum der Welt. Und dieser Reichtum findet sich in einer Schule für alle von Anfang an, ohne Aussonderungen von irgendjemanden und dies bis zum Ende der Sekundarstufe I, bis ins Alter von 16 Jahren, weil dann erst die Jugendlichen selbst entscheiden können, was sie tun wollen. Vorher entscheiden immer die Eltern. Und wir wissen, wenn die Eltern entscheiden, entscheiden sie nach ihrer sozialen Herkunft. Und deswegen gibt es kein vergleichbares Land mit der Bundesrepublik wo der Bildungsweg und Bildungserfolg so sehr von der sozialen Herkunft abhängt wie in Deutschland. Wir sind also die Weltmeister in der Chancenungerechtigkeit, aber wir sollten die Weltmeister werden in der Chancengleichheit."

Die vollständige Rede können hier herunterladen: Rede Otto Herz


Ein interessantes Interview mit Otto Herz zum Thema Inklusion:

Otto Herz & Gerhard Oberlader
Anderes anders lernen - Lernen in Zeiten nach PISA, Kompetenzen für ein zukunftsfähiges Leben
Hier können Sie den Text herunterladen: Herz&Oberlader Andres anders lernen - Lernen in Zeiten nach PISA